Downloads: Große Philosophinnen

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Die Philosophiegeschichte kennt fast ausschließlich männliche Philosophen. Dass dies nicht gerechtfertigt ist, zeigen die überlieferten Zeugnisse weiblichen Philosophierens, die zum Teil noch spärlich sind, aber hinreichend, um auch von großen Philosophinnen sprechen zu können. Ihre Gedanken erreichten zwar lange Zeit nicht die Wirksamkeit ihrer männlichen Kollegen, aber das lag nicht an fehlender Qualität, sondern an gesellschaftlicher Unterdrückung und Ignoranz. Wir beleuchten das Leben und Denken kluger und mutiger Frauen, von der Antike bis ins 21. Jahrhundert – überblickhaft, wo die Quellen noch lückenhaft sind, ausführlich, wo man mehr weiß.

Wir blicken auf Frauen, die den Mut hatten, sich gegen gesellschaftliche Konventionen zu stellen und sich in ihrem Denken, Sprechen und Handeln nicht beeinträchtigen zu lassen, jedenfalls nicht so stark, wie es die Gesellschaft wünschte. In diesem ersten Beitrag lernen wir folgende Philosophinnen kennen: Aspasia von Milet (ca. 460-401 v. Chr.), Hipparchia von Maroneia (360-280 v. Chr.),  Diotima von Mantinea (5. Jahrhundert v. Chr.). Kurz angesprochen werden außerdem die Pythagoreerinnen Theano und Damo von Kroton (beide 6. Jahrhundert v. Chr.), die Epikureerinnen Themista und Leontion (beide ca. 300 v. Chr.) und Hypatia von Alexandria (ca. 370-415 n. Chr.).

Hildegard von Bingen (1098-1179) war sicherlich die überragende Frauengestalt des Mittelalters: als Theologin und Philosophin, als Predigerin, als Heilkundlerin und nicht zuletzt auch als Komponistin. Mit vielen ihrer Gedanken war sie ihrer Zeit weit voraus – und ist gerade heute wieder aktuell. Wir beleuchten ihr Leben und zentrale Aspekte ihres Denkens.

Die Frauenklöster  und die Häuser der Beginen waren im Mittelalter vor allem in Deutschland und Frankreich Zentren weiblichen Denkens und weiblicher Spiritualität. Es war die große Zeit der Mystik, in der die Frauen eine bedeutendere Rolle spielten als die Männer. Wir lernen die – neben Hildegard von Bingen – Interessantesten von ihnen kennen, etwa Mechthild von Magdeburg (1210-1281)  und Marguerite Porète (1250/60- 1310). Die wohl bekannteste Mystikerin der abendländischen Kulturgeschichte ist allerdings die spanische Karmelitin Teresa von Avila (1515 bis 1582). Sie steht im Mittelpunkt dieses Beitrags.

Wir verlassen die Welt der Klöster und treffen auf Frauen, die in der Gesellschaft und sozusagen im normalen Leben ihre Frau stehen mussten. Als erste die Französin Christine de Pizan (1365-1429/30): Sie entwarf eine “Stadt der Frauen”, die von Vernunft, Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit geprägt wird – Tugenden, die Pizan zufolge vor allem Frauen zukommen. Wir lernen die englische “scientific lady” Margaret Cavendish (1623-1673) kennen, die einen – aus heutiger Sicht stimmigeren – Gegenentwurf zum Weltbild René Descartes’ entwarf, und wir verfolgen das Schicksal der französischen Frauenrechtlerin Olympe de Gouges (1748-1793), die sich öffentlich gegen die Benachteiligungen der Frauen in der Französischen Revolution auflehnte und dafür hingerichtet wurde.

Im 20. Jahrhundert wurden die vielfältigen gesellschaftlichen Einschränkungen für Frauen allmählich abgebaut, auch wenn eine vollständige Gleichstellung der Frauen noch aussteht. Aber die Philosophinnen des 20. Jahrhunderts durften doch frei denken und publizieren, und was sie sagten, wurde auch zur Kenntnis genommen. In diesem Beitrag lernen wir die bewegenden Schicksale und Gedanken zweier Philosophinnen der ersten Jahrhunderthälfte kennen: Simone Weil (1909-1943) und Edith Stein (1891-1942). Beide waren Jüdinnen, die später zum christlichen Glauben übertraten, und beider Leben endete viel zu früh.

Simone de Beauvoir (1908-1986) war eine existentialistische Denkerin, zunächst in individualistischer , dann sozialistischer, schließlich feministischer Ausprägung. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Jean-Paul Sartre zählte sie zu den aufregendsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Ihr Hauptwerk “Das andere Geschlecht” war ein Welterfolg.

Hannah Arendt (1906-1975) verstand sich selbst vor allem als politische Denkerin. Als intellektuelle Zeitzeugin analysierte sie das Wesen und die Erscheinungsformen totalitärer Herrschaft und begleitete den Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem. Ihr eigentliches Thema aber war der Mensch in seiner praktischen und geistigen Dimension. Hannah Arendt dürfte die bedeutendste Philosophin des 20. Jahrhunderts und – gemeinsam mit Hildegard von Bingen – wohl auch der gesamten abendländischen Kulturgeschichte sein.

Ob jemand tatsächlich ein “großer” Philosoph oder eine “große” Philosophin ist, kann man erst aus einem zeitlichen Abstand heraus beurteilen. Aber wir wollen zum Abschluss unseres Kurses doch einen Blick auf einige bemerkenswerte Denkerinnen der Gegenwart werfen, bei denen man sich gut vorstellen kann, dass sie später einmal als “groß” bezeichnet werden. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen Martha Nussbaum (*1947), Judith Butler (*1956) und Agnes Heller (*1929). Kurz porträtiert werden Seyla Benhabib (*1950) und Philippa Foot (1920-2010).